Gesundheit

Da Feinstaub eine sehr geringe Größe aufweist, kann er sehr weit in die Lunge eindringen. Teilweise erreicht er sogar die Lungenbläschen. Die Lungenbläschen sind sehr empfindliche winzige Kammern in der Lunge, in denen der Luftsauerstoff ins Blut aufgenommen wird. Ultrafeinstäube sind derart kleine Partikel, dass sie sogar diese Schranke passieren und ins Blut aufgenommen werden.

Höhere Feinstaubbelastung heißt höhere Gesundheitsbelastung

All diese Eigenschaften von Feinstaub legen eine schädliche Wirkung nahe, und tatsächlich hat Feinstaub auch nachweisbare Auswirkungen auf die Gesundheit.
Lineare Dosis-WirkungsbeziehungNeuste Untersuchungen zeigen, dass Feinstaub bereits in sehr geringer Konzentration gesundheitsschädigend wirkt. Zuvor wurde angenommen, es gäbe eine Wirkungsschwelle, unterhalb derer keine Gesundheitsbelastung besteht, dies hat sich jedoch als falsch erwiesen. Die Beziehung zwischen der Feinstaubkonzentration in der Atemluft und den gesundheitlichen Schäden scheint statt dessen linear zu verlaufen[1.1].

Da viele Menschen an ihrem Arbeitsplatz hohen Mengen Feinstaub ausgesetzt werden, steigt für diese Menschen auch das Risiko, an Atemwegsproblemen zu leiden. In den meisten Fällen ließe sich die Atemluft jedoch durch eine geeignete Luftreinigung durch eine Absauganlage wieder reinigen, zum Beispiel bei Industrieprozessen wie Löten, Schweißen, Schneiden, Gravieren, Drehen, Fräsen, Bohren usw.. Eine Filterung der Atemluft beugt Gesundheitsgefährdungen durch Feinstaubbelastung vor.

Feinstaub gefährdet die Gesundheit

Da Feinstaub eingeatmet wirkt, schädigt er hauptsächlich den Atemtrakt. Folgende Auswirkungen hoher Feinstaubkonzentration in der Luft lassen sich allgemein feststellen:

  • Vorübergehende Beeinträchtigungen der Atemwege
  • Erhöhter Medikamentenbedarf bei Asthmatikern
  • Vermehrte Krankenhausaufnahmen
  • Zunahme der Sterblichkeit wegen Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen

Zunächst dringt Feinstaub in die Lunge ein. Die Fremdkörper üben dort eine Reizwirkung aus, was zu entzündlichen Veränderungen in der Lunge führt. Je feiner der Feinstaub, desto tiefer dringt er in die Lunge ein. Sehr feinkörniger Feinstaub ist daher besonders gefährlich.
Da die Lunge direkt mit dem Blutkreislauf verbunden ist, können entzündliche Veränderungen im Atemtrakt auch das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen.[2]

Feinstaub steht im Verdacht, krebserregend zu sein

Die Untersuchungen zur krebserzeugenden Wirkung von Nanopartikeln und anderen Stäuben (auch bekannt als 19-Stäube-Studie) haben an Ratten eine kanzerogene Potenz von Feinstaub nachgewiesen.
Alle Stäube, die nicht schon aufgrund ihrer Inhaltsstoffe giftig waren, "erzeugten Lungentumore, dosisabhängig und viel häufiger als erwartet"[1.2].
Die 19-Stäube-Studie arbeitete nicht mit übermäßig hohen, sondern mit realistischen Feinstaubkonzentrationen, und bereits hierbei wurden beträchtliche Gesundheitsbelastungen an den Versuchstieren festgestellt.
Eine "Ähnlichkeit der Mechanismen bei der Entstehung von Tumoren in den Atemwegen"[1.3] wird als wahrscheinlich erachtet. Das bedeutet, dass Menschen vermutlich genauso auf die Feinstaubbelastung reagieren, wie es Ratten tun, und dass Feinstaub auch bei Menschen Entzündungsreaktionen und Tumore in der Lunge verursacht.
Die Entstehungsweise der Lungentumore ist noch nicht abschließend geklärt. Aus der 19-Stäube-Studie lässt sich entnehmen, dass zwei Möglichkeiten der krebserzeugenden Wirkung von Feinstaub in Erwägung gezogen werden:
a) Unmittelbare Gentoxizität: Die Feinstaubpartikel wirken direkt kanzerogen (krebserregend) auf die Zellen in der Lunge. Dies würde bedeuten, dass Feinstaub ohne weitere Umwege die Entstehung von Krebs fördert.
b) Mittelbare Gentoxizität: Die Phagozyten ("Fresszellen"), die ein Teil des menschlichen Immunsystems sind, nehmen Feinstaubpartikel auf, um die Lunge zu reinigen. Nach der Partikelaufnahme produzieren sie einen Stoff, der krebserregend wirkt.[1.4]


Quellen:
[1] Untersuchungen zur krebserzeugenden Wirkung von Nanopartikeln und anderen Stäuben
[1.1] Siehe Seite 102
[1.2] Siehe Seite 7
[1.3] Siehe Seite 108
[1.4] Siehe Seite 102

[2] Hintergrundpapier zum Thema Staub/Feinstaub