Wie kann man sich schützen?

Um gesundheitlichen Schäden durch Feinstaubbelastung vorzubeugen, ist eine Reduktion der Feinstaubproduktion durch Menschen notwendig.
Die durch die EU-Richtlinien initiierten Luftreinhaltepläne sind hierfür bereits sehr nützlich, doch sie beeinflussen nur die Feinstaubbelastung der Außenluft.
Sehr häufig entstehen große Mengen Feinstaub jedoch in der materialverarbeitenden Industrie, beim Löten, Schweißen, Fräsen; bei Arbeiten mit Lasern, oder auch in Copyshops durch Laserdrucker, in Nagelstudios und an vielen anderen Arbeitsplätzen.
Feinstaubbelastung am Arbeitsplatz ist eine Gefahr für die Gesundheit.
In vielen Fällen kann dieser Gesundheitsgefährdung durch Verwendung einer geeigneten Absauganlage vorgebeugt werden, welche die Atemluft von schädlichen Substanzen befreit. Eine Filterung sollte alle bei den einzelnen Arbeiten entstehenden Schadstoffe, wie Ruß, Staub, Feinstaub, Alkohol- und sonstige Lösemitteldämpfe, Öldämpfe, und giftige Gase, aus der Atemluft entfernen.

Was muss eine Filteranlage leisten?

Für eine effektive Filterung der Atemluft muss eine Filteranlage ihrem Verwendungszweck angepasst sein.

  • Anpassung an die entstehenden Schadstoffe: Eine Absauganlage muss alle entstehenden unerwünschten Partikel, Dämpfe und Gase aufnehmen. Dazu ist es wichtig, dass die verschiedenen Filtermedien in ihrer Kapazität an die entstehende Menge der Partikel in ihrer Filtergröße angepasst sind. Entstehen beispielsweise besonders viele grobe Stäube, müssen die grobkörnigen Filter eine hohe Kapazität aufweisen, damit sie nicht zu oft gewechselt werden müssen. Eine zu geringe Kapazität bedeutet einen extrem hohen Wartungsaufwand für die Absauganlage. Entsteht hingegen lediglich Feinstaub, sind grobe Filter nicht so wichtig, sie können eine geringere Kapazität aufweisen.

  • Anpassung an den Arbeitsplatz: In großen Produktionshallen, in denen ohnehin eine große Lärmentwicklung stattfindet, mag es wenig ausmachen, wenn die Absaugtechnik viel Platz wegnimmt, immobil ist und ihr Motor mit großer Lautstärke arbeitet. Wird jedoch an einem Handarbeitsplatz, beispielsweise ein Lötarbeitsplatz, abgesaugt, sind derartige Eigenschaften unerwünscht. Die Filtertechnik sollte nicht als störend empfunden werden. An einem Handarbeitsplatz müssen die Absaugrohre so angebracht werden, dass sie den Arbeiter/die Arbeiterin nicht stören. Des Weiteren darf die Geräuschentwicklung nicht zu groß sein. Auch die Absaugmaschine selbst, sofern keine zentrale Anlage eingesetzt wird, ist vorzugsweise mobil, damit sie beispielsweise zur Seite geschoben werden kann.

Warum müssen Feinstaubfilter regelmäßig gewechselt werden?

Feinstaubfilter sind Sättigungsfilter. Das bedeutet, dass sie vom aufgenommenen Staub nicht mehr befreit werden können. Statt dessen müssen sie regelmäßig gewechselt werden, um eine sichere Filterung zu gewährleisten.
Ist ein Feinstaubfilter in Betrieb, nimmt er immer mehr kleine Staubteilchen auf. Auf diesem Bild sieht man, wie Staubteilchen vom Filter aufgefangen werden. Die saubere Luft kann den Filter noch ungehindert passieren. Der Filter nimmt Staubteilchen auf
Mit der Zeit werden immer mehr Partikel vom Filter aufgefangen. Auf diesem Bild ist er fast gesättigt und muss gewechselt werden. Da die Partikel den Filter fast vollständig blockieren, kann kaum mehr Luft durch den Filter gelangen und der Druck, mit dem die Partikel auf den Filter gedrückt werden, steigt. Der Filter ist fast gesättigt
Wird der Filter immer noch nicht gewechselt, setzen sich so viele Teilchen auf ihm ab, dass keine Luft mehr hindurchkommt. Der Druck wird so groß, dass die Partikel schließlich Löcher in den Filter reißen und nicht mehr gefiltert werden. Der Filter ist zerstört und kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen

Beispiel: verschiedene Staubfilter in einer Absauganlage

Aluminium-Filter Aluminium-Filter: Dieser Filter besteht aus einer Art Drahtgeflecht aus Aluminium. Er hat die Aufgabe, sehr groben Schmutz wie Haare, Flusen usw. abzufangen und zu verhindern, dass diese die Feinstaubfilter verstopfen. Er erfüllt die Filternorm G3.
Vorfiltermatte Vorfilter: Die Vorfiltermatte ist ein Feinstaubfilter mit sehr geringer Kapazität. Da es sich um einen Sättigungsfilter handelt, der ausgewechselt werden muss, wenn er mit Staub gefüllt ist, kann man als Alternative einen Taschenfilter mit höherer Kapazität einsetzen. Die Vorfiltermatte erfüllt die Filternorm F5.
Taschenfilter Taschenfilter: Dieser Feinstaubfilter ist, wie die Vorfiltermatte, ein Sättigungsfilter. Der Taschenfilter hat jedoch durch seine taschenartige Form eine sehr viel höhere Auffangkapazität als der Vorfilter und ist daher sinnvoll, wenn bei einer Anwendung besonders viel Staub anfällt, der seiner Maschengröße entspricht. Er erfüllt die Filternorm F5-F6.
Z-Line-Filter Z-Line-Filter: Der Z-Line-Filter ist ein Feinstaubfilter, der die Filternorm F6-F7 erfüllt. Durch seine gezackte Form weist er eine hohe Kapazität auf und ist daher weniger schnell gesättigt.
Partikelfilter Partikelfilter: Der Partikelfilter filtert extrem feine Partikel, wie zum Beispiel Rauch oder Ölnebel.

Beispiel: vollständige modular aufgebaute Absauganlage

Anlage mit Ansaugstutzen, Al-Filter, Taschenfilter, Z-Line-Filter, Partikelfilter, Aktivkohle und Motorteil MIT Raedern Wie Sie sehen, enthält eine vollständige Anlage nicht alle der oben aufgeführten Filtermedien. Dies erklärt sich dadurch, dass das zweite und dritte Modul (von oben) durch ein einziges ersetzt werden können. Dieses alternative Modul würde anstatt des Taschenfilters, der sehr viel Platz einnimmt, eine Vorfiltermatte enthalten. Diese verfügt über eine geringere Kapazität.

Die hier dargestellte Absauganlage enthält auch Teile, die oben nicht beschrieben wurden. Dies sind der Deckel mit den Ansaugstutzen (erstes Modul von oben), das Modul mit der Aktivkohle sowie das Motorteil (die beiden unteren Module).
An den Ansaugstutzen werden Absaugrohre befestigt, die an dem Ort, wo der Staub entsteht, absaugen und die verschmutzte Luft in die Absauganlage leiten.
Die Aktivkohle filtert selbst feinste Giftstoffe aus der Atemluft. Sie ist eine sehr fein strukturierte Kohle, die über eine große innere Oberfläche verfügt. Man kann sie sich vorstellen wie eine Art Schwamm, in dessen Poren selbst winzigste Partikel hängen bleiben.
Das Motorteil enthält eine Turbine, welche die Luft ansaugt und durch die Filtertechnik leitet.

In dieser Absauganlage enthaltene Bauteile, von oben nach unten:
1. Deckel mit Ansaugstutzen
2. Aluminium-Filter
3. Taschenfilter
4. Z-Line-Filter
5. Partikelfilter
6. Aktivkohle-Filter
7. Motorteil